Altes Pflanzen-Heilwissen
neu entdecken

Altes Wissen neu erleben: 
Unsere Jahreskreisfeste im Paradiesli

Wie lebten unsere Vorfahren, wie nahmen sie die Natur wahr – und welche alten Weisheiten lassen sich noch heute erfahren?  

In unseren Jahreskreisfesten tauchen wir in die symbolische und spirituelle Welt der europäischen Ahnen ein. Dabei verbinden wir überliefertes Wissen mit der Erfahrung der Gegenwart – gemeinschaftlich, naturverbunden und unabhängig vom religiösen Hintergrund.  

Unsere Ahnen und ihre Welt  

Lange bevor Rom seine Macht über unsere Heimat ausdehnte, lebten unsere Vorfahren in Gesellschaften, die von matriarchaler Mythologie geprägt und weitgehend herrschaftsfrei waren. Wie viele indigene Völker standen sie in engem Kontakt mit ihrer natürlichen Umgebung.   

Ihr Alltag – vom Sammeln von Nahrung über die Herstellung von Werkzeugen bis zu ihren Bräuchen – war stark von spirituellen Vorstellungen durchdrungen.        

Rollen und Verantwortung  

Archäologische Funde aus dem Gebiet der heutigen Schweiz, darunter insbesondere die sogenannten Venusfigurinen aus jungsteinzeitlichen Siedlungen, weisen auf eine bedeutende gesellschaftliche Stellung von Frauen hin. Hausgrundrisse, Bestattungssitten sowie Grabbeigaben lassen auf eine arbeitsteilige Organisation und gemeinschaftliche Ent-scheidungsstrukturen schliessen. Vieles spricht somit für ein ausgewogenes soziales Gefüge, in dem Frauen und Männer gleichermassen Verantwortung trugen. 

Männer sorgten für die Sicherheit der Gemeinschaft, gingen auf die Jagd, übernahmen handwerkliche Aufgaben, planten grössere Projekte strategisch und halfen, Konflikte zu lösen, um die Gruppe zu stabilisieren. Ihre Fähigkeiten wurden besonders von den Frauen geschätzt, da sie Schutz und Versorgung gewährleisteten und so das Leben und Wirken der Frauen unterstützten. 

Frauen genossen hohes Ansehen, da sie mit den Kräften des Lebens verbunden waren: Sie brachten neues Leben in die Welt, bewahrten rituelles Wissen, verfügten über Heil- und Kräuterkenntnisse und fungierten als Mittlerinnen zwischen Mensch und Natur, wodurch sie im Zentrum der Gemeinschaft standen. 

Magische Wahrnehmung und Symbolkraft  

Kurt Derungs, ein bekannter Kulturanthropologe, betont, dass Landschaften und Mythen der Frühzeit mehr waren als blosse Orte und Geschichten: Sie spiegelten eine lebendige, symbolische Welt wider. Alltag, Erfahrung und das Geistige waren eng miteinander verbunden.  

Die Menschen nahmen ihre Umgebung auf intuitive, vernetzte Weise wahr: Pflanzen, Landschaften und sogar Steine erschienen ihnen lebendig und durchdrungen von einer inneren Kraft, die ihr Denken und Handeln leitete. 

Diese frühe, ganzheitliche Wahrnehmungsweise spiegelt sich noch in den europäischen Märchen wider. Sie transportieren Muster und Vorstellungen aus dieser Zeit, in der alles lebendig und symbolisch war. Zudem erkennt Sigrid Früh in diesen alten Geschichten Rollenbilder, die weit über das passive Prinzessinnenbild hinausgehen und ein differenziertes Bild weiblicher Handlungsmacht und Intuition zeichnen – etwa kluge, eigenständige Heldinnen, heilkundige Frauen oder kämpferische „Schicksalsfrauen“. Auch die Männer erscheinen nicht nur als Retter oder Abenteurer, sondern als Gefährten, die eng mit diesen Frauen verbunden sind, ihre Kraft ergänzen und mit ihnen gemeinsam wirken. 

Konflikte und Gemeinschaft  

Auch ohne ausgeprägte Hierarchien gab es Konflikte – etwa um Nahrung, Ressourcen oder persönliche Interessen. Meist blieben sie jedoch im Rahmen, der die Gemeinschaft nicht gefährdete. Verantwortung und spirituelle Verbundenheit sorgten dafür, dass die Gruppe stabil blieb. Jeder hatte seinen Platz: Männer und Frauen, Ältere und Jüngere – ihre Rollen ergänzten sich und bildeten ein ausgewogenes Miteinander. 

Unsere Feiern – in ihrem Sinn
 

Alte Weisheit neu erleben  

Die symbolische und ganzheitliche Wahrnehmung unserer Vorfahren lebt nicht nur in Mythen und Märchen weiter, sondern lässt sich auch heute erfahren. Unsere Feste verstehen sich nicht als religiöse Anleitung oder dogmatische Wieder-belebung alter Bräuche, sondern laden ein, in die Denk- und Gefühlswelt unserer Ahnen einzutauchen – ihre Bilder, ihre Symbolik und ihre tiefe Verbundenheit mit den natürlichen Zyklen. 

Das Paradiesli – ein wunderschöner Ort  

Die Jahreskreisfeste finden an einem besonderen Ort statt, den meine Freundin über viele Jahre mit grosser Hingabe gestaltet hat. Das Paradiesli liegt nur etwa 15 Gehminuten von meinem Wohnort entfernt – ein kleines, feines Paradies vor der Haustür. 

Vor Ort führt ein schlichter Weg durch naturnahe Flächen mit Wildpflanzen, zu einem Teich, einer Feuerstelle und einer grossen grasbedeckten Laube mit einem selbstgebauten Lehmofen. Jeder Platz hat seinen eigenen Charakter und lädt zum Verweilen, Entdecken und Erleben ein. So entsteht ein Raum, der je nach Jahreszeit und Wetter unterschiedliche Erfahrungen ermöglicht. In dieser naturnahen Umgebung entfaltet jedes Fest seine besondere Atmosphäre.  

Ein einführender Vortrag erschliesst die Symbolik des jeweiligen Festes, bevor sie im Ritual lebendig wird. 

Die vier Jahreskreisfeste  

Die Jahreskreisfeste markieren die Knotenpunkte im Sonnenjahr – zwischen Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen – und machen die natürlichen Übergänge des Jahres erfahrbar:

Imbolc – Erwachen des Lichts    
Samstag, 31. Januar 2026 

Beltane – Fülle und Lebenskraft  
Samstag, 2. Mai 2026 

Lughnasad - Dankbarkeit für die erste Ernte
Samstag, 1. August 2026
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Samhain – Die Weisheit der Ahnen
Samstag, 31. Oktober 2026
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So machen unsere Feste das Wissen der Ahnen erfahrbar – gemeinschaftlich, naturnah und offen für alle Menschen.